Ein Holzhaus ist die natürlichste Form eines Gebäudes
in den kalten, niederschlagsreicheren Zonen dieser Erde, die in der Regel durch
große Waldgebiete den
Baustoff Holz quasi "frei Haus" liefern.
Seit über 20
Jahren ist in Europa eine Rückbesinnung auf diese traditionelle Bauform deutlich
erkennbar, denn für die Errichtung eines Holzhaus sprechen eine sehr günstige
Ökobilanz, der hohe energetische Standard sowie eine extrem kurze Bauzeit. Denn
meistens kommt beim Bau die Fertigbauweise zum Einsatz, bei der ein Bausatz für
ein Holzhaus ohne größeren Aufwand auf die vorab gegossene Betonbodenplatte oder
Kellerdecke des zukünftigen Gebäudes aufgebaut wird. Ein Holzhaus wird heute in
vier unterschiedlichen Bauformen angeboten: Blockhäuser bzw. Blockbohlenhäuser,
bei denen verzahnt Naturstämme oder Blockbohlen aufgeschichtet werden, Häuser in
Holzständerbauweise, bei denen ein so genanntes amerikanisches Fachwerk aus
Latten mit Platten beplankt wird, Häuser in Holztafelbauweise sowie letztlich
die so genannten Umgebindehäuser, bei denen das obere Geschoss ganz oder
teilweise auf Holzsäulen ruht, die zur Stabilität im Dreiecksverbund über den so
genannten Kopfverbund stabilisiert sind.
Gängig bei der
Errichtung eines Holzhauses ist heute im Wesentlichen die Holztafelbauweise oder
deren durch Zimmerer errichtete Sonderform, die Holzrahmenbauart. Bei dieser Art
der Fertigbauweise wird das Holzhaus modular aus Holztafeln, die eine
Verbundkonstruktion von Rippen aus Holz und Beplankung aus Holz- oder
Gipsplatten darstellen, in maximal zwei Wochen aufgebaut. Die Vorteile eines
Holzhauses in Fertigbauweise, die schnelle Bauausführung, der von Witterung und
Jahreszeit unabhängige Innenausbau, die hohe Wärmedämmung sowie die sehr große
Baupräzision, überwiegen für viele Bauherrinnen die Nachteile des geringeren
Grades an Individualisierung sowie des erhöhten Aufwandes bei späten oder gar
nachträglichen Korrekturen und Veränderungen am Standard.